Die Stille des Winters bereitet die Geburt des Frühlings.
24 kleine Texte bieten Räume zum Innehalten, zum Eintritt in die Besinnlichkeit dieser Jahreszeit.

 

Taschenbuch 4,99€, 40 Seiten, ISBN 978-3743115408

 

Inhalt

Der Ruf der Silberwölfe                     Engel der Zuversicht

Schneestapfen                                      Weiß

Winterträume                                        Winter ist die Zeit ...

Sogar der Frost ...                                 Vier Himmelslichter

Seelenreise                                             Zwischen Jetzt und Gleich

Winter-Elfchen                                      Noch so klein

Weihnachtszeit                                     O Katzentraum, o Katzentraum

Liebe währt                                             Ich singe

Sich Zeit nehmen ...                            Der Weihnachtsgeist

Wachsen ...                                              Friedenslichter

Zeit der Himmelswale

Kein Feuer ...

Vier Kerzen im Advent

Zart deckt der Tau ...

 


Leseprobe

 

Einleitung

 

Im Winter wird alles leise und still. Und der Mensch sehnt sich nach dem Frühling, weil ihm die Stille fremd geworden ist.

Doch die Stille des Winters bereitet die Geburt des Frühlings. Die Natur zieht sich zurück und sammelt ihre Kräfte im Inneren, um später neue Blüten zu entfalten. Und auch wir Menschen, das ganze Jahr hindurch getrieben, benötigen Zeit und Müßiggang, damit unser Inneres Ruhe findet und der Gesang unserer Seele nicht verstummt.

...

 

 

 

»Was tust du da?«, fragt ein Gedanke.

»Ich gehe auf eine Suche.«

»Eine Suche? Wonach?«

»Nach etwas, das ich verloren habe.«

»Was ist es?«

»Mich selbst«, antworte ich.

 

Wenn wir beginnen, dem leisen Flüstern in uns zu lauschen, dem dumpfen Grollen aus den tiefsten Spalten unseres Seins, das wir so oft zu ignorieren wagen, dann wachsen unserer Seele Flügel.

 

Winter ist die Zeit

 

Winter ist die Zeit,

wenn Tannen Mäntel und die Häuser

Bärte tragen.

 

 

 

In der späten Winternacht

vier Kerzen werden angefacht,

eine erst, hernach noch drei,

tragen sie ihr Licht herbei;

durch das Dunkel, das nun sinkt,

uns jede eine Botschaft bringt.

 

Wenn die erste Kerze knistert,

beruhigend ihre Stimme wispert:

Laut gepoltert hat das Jahr,

das kein Besinnen für uns war;

darum zum Ersten im Advent,

die Flamme für die Stille brennt.

 

Dann die zweite Kerze blinkt

und ihr Pulsschlag in uns klingt:

Jede Nacht wird einmal enden,

jeder Tag mag neu sich wenden;

daher zum Zweiten im Advent,

die Flamme für die Hoffnung brennt.

 

Danach die dritte Kerze glimmt,

deren Sanftmut uns umschwimmt:

Lasst die Zwietracht und den Neid,

auf dass einander ihr befreit;

deshalb zum Dritten im Advent,

die Flamme für den Frieden brennt.

 

Zuletzt die vierte Kerze glüht

und ihre Farbe warm erblüht:

Öffnet eure Herzen gern,

helft einander, nah und fern.

Und so zum Vierten im Advent,

die Flamme für die Liebe brennt.

 

 (auch als Lyrikvideo verfügbar)