Die Weltenleinwand

gefärbt in mystischem Glanz -

Bild namens Schottland

Weiß auf blauem Grund.

Gekreuzte Balken mittig;

Schottland - Dein Gesicht.

Grüner Hügelsaum

hält blaues Loch in seinen

samtigen Armen.

Karges Gemäuer,

Stolz vergangener Zeiten

überdauert uns.

Grau und verregnet.

Strahlender Sonnenschein nur

Minuten später.

Eben noch sichtbar

verhüllt nun weißer Nebel

die Meeresküste.

Erhaben stehen

die alten Wächter aus Stein

im Kreise vereint.

Wild und ungestüm

wirkt das Hochlandrind auf uns -

das Urtier Schottlands.

Durch das Tal hinab

schlängelt sich der schmale Weg

ins Reich der Zwerge.

Von Bergen belauscht

horche ich in die Stille;

glückliches Wandern.

Quäkende Klänge

schallen aus dem Dudelsack,

gehören hierher.

Ausblick auf Neist Point -

wie der Fuß eines Riesen

in das Meer gesetzt.

Purpurne Heide

erwacht auf deinen Hängen

zu neuer Blüte.

Des Nachts sinkt der Mond

in den steinernen Zirkel,

tanzt auf den Spitzen.

Einsam steht ein Baum

in der grünen Talmulde,

wartet auf Freunde.

Licht strahlt engelsgleich

zwischen den Bergen hervor;

Herz lächelt freudig.

Ein einzelnes Haus

inmitten der Einsamkeit,

von Natur behütet.

Drei Kussmündern gleich

ragt die Eisenbahnbrücke

über den Fluss Forth.

Sogar im Sommer

bedeckt weißer Schopf

die kargen Berge.

Deinen grünen Schopf

ziert nackte Felsenkrone,

majestätisch, stolz.

Silberperlenblau

küssen sich Himmel und 'Loch',

spiegeln einander.

Im sattgrünen Tal

über den Fluss sich hebend -

die alte Brücke.

Kraftvoll bläst der Wind

an deinen rauen Küsten,

wandelt dein Antlitz.

Zerklüftetes Braun

sinkt senkrecht zum Meer hinab;

hoch oben Staunen.


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